Rhizomteilung bei einer Musa basjoo

Die Nachfrage nach Pflanzen der Art Musa basjoo ist wegen ihrer Kältetoleranz gross. In den letzten Jahren habe ich etliche Kindel von meiner ursprünglichen Musa basjoo  abgetrennt und an Liebhaber und Hobbygärtner weitergegeben. Seit der dauerhaften Auspflanzung meiner Musa basjoo ist das aber nicht mehr ganz so einfach, denn die Scheinstämme im Horst stehen sehr dicht beieinander und beim Freilegen der Stämme würde ich das Wurzelwerk vermutlich stark beschädigen.

Über einen befreundeten Gärtner habe ich nun wieder einige Jungpflanzen in Töpfen besorgt. Beim Umtopfen habe ich zum ersten Mal nicht bloss ein Kindel abgetrennt, sondern ein Rhizom in zwei Teile geteilt und die beiden Pflanzen in separate Töpfe gepflanzt. Die relativ grosse Schnittstelle habe ich vor dem Eintopfen mit Holzkohlepulver behandelt, ,wie ich es auch bei der Abtrennung eines Kindels mache. Mit Spannung und Neugier verfolge ich nun die weitere Entwicklung der beiden Pflanzen.

  

Ensete ventricosum

Mein letztes Exemplar einer Ensete ventricosum aus der Aussaat 2017 hat den Winter leider nicht überlebt. Das Winterquartier war offenbar zu feucht, denn die Pflanze hat Schimmel angesetzt und war nicht mehr zu retten. Das war Grund genug, dieses Jahr wieder Samen zu säen. Nach nunmehr 23 Tagen in einem Plastikbeutel mit Kokohum konnte ich heute den ersten Sämling pikieren.

Als Erkenntnis aus der gescheiterten Überwinterung werde ich im kommenden Winter einmal versuchen, den nackten Scheinstamm einer Ensete ausgetopft und trocken durch den Winter zu bringen, so wie man das zum Beispiel auch mit Dahlien tun kann.

Der Lenz ist da!

Am  17. November letzen Jahres wurde die Musa basjoo im Garten in ihr Winterquartier gepackt. Nach nunmehr 140 Tagen haben wir den zwei Meter hohen Kubus entfernt.  Wegen der Temperaturmessung mit einem Funksensor wussten wir, dass die Innentemperatur den Winter hindurch nie unter 3 °C gelegen hatte. Trotzdem ist das Auspacken der Pflanze immer mit einer gewissen Anspannung verbunden, denn man wünscht sich natürlich, dass die Scheinstämme möglichst trocken und in gutem Zustand geblieben sind.

Achtung, fertig, los. Regenschutzblache entfernen, Holzdeckel lösen und vorsichtig und Schicht um Schicht das Stroh abtragen. Der erste Eindruck war gut und das Stroh schien ziemlich trocken geblieben zu sein. Als wir dann auch auf praktisch unversehrte, gerollte junge Blätter stiessen, stimmte uns bereits positiv.

Nachdem die gesamte Staude freigelegt war, stellten wir erfreut fest, dass die Pflanze in ausgezeichnetem Zustand war. Lediglich ein einziger Scheinstamm musste wegen Fäulnis etwas eingekürzt werden. Gerade an solchen Schnittstellen ist dann das rasante Wachstum einer Banane eindrücklich zu beobachten. Die Blätter stossen binnen weniger Stunden teleskopartig aus, sobald die Pflanze wieder dem Sonnenlicht ausgesetzt ist.

 

Winterschutz – Teil 2

Gestern war es soweit. Die Musa basjoo in unserem Garten musste ihre Blätterpracht zu Gunsten eines warmen Winterquartiers lassen.

Der diesjährige Turm hat eine Grundfläche von 1,5 x 1,5 Meter und eine Höhe von 2 Metern. Die Scheinstämme sind gut mit trockenem Stroh gemulcht und der Turm oben ist der Turm mit einem Deckel gut verschlossen. Damit es im Innern des Turms über den ganzen Winter trocken bleibt, haben wir diesen zusätzlich mit einer Blache gedeckt. Im Innern haben wir direkt über dem Boden wieder einen Funk-Temperatursensor platziert. Die Aussentemperatur betrug heute Morgen -1 °C, während uns der Funksensor im Innern des Turms eine Temperatur von +7 °C meldete. Der Winter kann jetzt kommen.

   

Winterschutz – Teil 1

Heute fallen die ersten leichten Schneeflocken vom Himmel. Deshalb haben wir letzte Woche auch den Winterschutz für unsere Musa basjoo im Garten vorbereitet.  Das letztjährige Prinzip mit den Palettenrahmen ist wegen dem enormen Wachstum der Staude zu klein geworden, weshalb dieses Jahr eine neue Konstruktion aus Holz die Pflanze unbeschadet durch den Winter bringen soll. Die vier Eckpfeiler und der erste Meter Verschalung sind nun bereits montiert.

Obschon die Temperaturen nachts bereits nahe am Gefrierpunkt sind, lassen wir die Kiste im Moment noch einige Tage offen und gönnen der Staude nach dem äusserst trockenen Sommer noch etwas Regen. Das ist nicht problematisch, denn die Scheinstämme der Musa basjoo vertragen Minustemperaturen kurzzeitig ohne Probleme und das Rhizom ist sogar noch robuster. Unter Umständen erfieren in den nächsten Nächten zwar die Blätter, aber diese werden in Kürze sowieso abgeschnitten, wenn dann die Scheinstämme mit trockenem Stroh gemulcht und die Kiste bis auf 2 Meter erhöht und geschlossen wird. Aufgrund der Erfahrungen aus dem letzten Winter muss diesen Winter zudem der Regenschutz noch verbessert werden, um das Eindringen von Nässe möglichst ganz zu verhindern. Eine entsprechende wasserdichte Schutz-Plane liegt bereits bereit.

Update Musa ‘Helen’s Hybrid’

Nachdem am 01.08.2018 nach einer Rekordzeit von gerade mal 12 Tagen ein erster Samen einer Musa ‘Helen’s Hybrid’ gekeimt hatte, war die Hoffnung gross, dass es sich um qualitativ gutes und frisches Saatgut handelt und eine entsprechend hohe Keimrate erwartet werden darf. Leider kam es, wie so oft bei der Anzucht von Samen, aber anders als erwartet und inzwischen sind weitere 9 Wochen verstrichen, aber im Substrat tut sich rein gar nichts mehr.

Wenigstens hat es der bisher einzige Sämling geschafft und die Pflanze hat binnen 2 Monaten eine gute und stabile Grösse erreicht. Als bislang einzige ihrer Art in meiner Sammlung geniesst sie natürlich viel Zuwendung und Aufmerksamkeit. Ein weiterer Ansporn ist aber auch der Umstand, dass die Musa ‘Helen’s Hybrid’ wohl die einzige Obstbanane mit einigermassen geniessbaren Früchten ist, die sich mit einem entsprechenden Winterschutz auch für eine ganzjährige Freilandkultur in unserem Klima eignet. Und welcher Hobby-Bananenbauer wünscht sich nicht, einmal Früchte in der eigenen Plantage ernten zu können?

Beeindruckende Scheinstämme

Nach einem warmen, langen aber äusserst trockenen Sommer hat der Herbst nun definitiv Einzug gehalten und ab und zu bläst bereits eine ziemlich kühler Wind. Unsere Musa basjoo im Garten hat die Höhe von 4 Metern inzwischen überschritten, aber der Wind kann dem Horst mit seinen beeindruckenden Scheinstämmen nur wenig anhaben. Die langen Blätter sind vom Wind und der Trockenheit zwar inzwischen etwas zersaust, aber diese werden wegen dem Winterschutz in Kürze so oder so leider abgeschnitten. Die Scheinstämme haben aber diesen Sommer eine beeindruckende Grösse erreicht.

 

Zuchterfolg bei der Musa johnsii

Die Aussaat 2018 hat mir bereits einige neue Bananenarten beschert. Darunter gehört auch die eher seltene Musa johnsii. Diese Wildart wurde offenbar erst 2001 beschrieben und im Internet sind leider nur wenig Informationen über diese Art zu finden. Die Beschreibung des Saatgutlieferanten tönt auf jeden Fall sehr spannend.

Bis heute haben es zwei Sämlinge geschafft. Im Vergleich zu anderen Arten beobachte ich bei der Musa johnsii ein relativ langsames Wachstum. Die Pflanzen bilden zwar ordentlich kleine Blätter, aber die ältere der beiden Pflanzen hat auch nach 2 Monaten erst eine Grösse von rund 5 cm erreicht.

Besonders spannend finde ich aber die Beobachtung beim erst 14 Tage alten Sämling. Dieser bildet irgendwie bereits einen ersten winzigen Ableger. Vielleicht täusche ich mich, vielleicht habe ich beim Pikieren unbemerkt einen zweiten Samen versetzt oder vielleicht ist es doch eine dieser Launen der Natur. Letzteres wäre eine ziemliche Überraschung, den gemäss der Beschreibung der Lieferanten treibt gerade die Musa johnsii eher wenig Kindel. Die Zukunft wird es zeigen.

Details zu den Keimbedingungen der Musa johnsii finden Interessierte hier.

Färbung der Musa zebrina

Die erstmalige Aussaat von Samen der Musa acuminata ssp. zebrina ist mit einer zwischenzeitlichen Keimrate von 35 % ziemlich erfolgreich. Die sieben bisherigen Keimungen haben alle überlebt und die Sämlinge entwickeln sich gut und unterschiedlich schnell. Die grösste Pflanze hat seit ihrer Keimung Ende Juni eine stattliche Höhe von rund 15 cm erreicht.

Beim Anblick dieser hübschen Staude bleibt eine Frage aber nach wie vor offen. Ab welcher Grösser resp. welchem Alter entwickelt eine Musa zebrina ihre typisch rot panaschierten Blätter, aufgrund derer sie auch unter der Bezeichnung Blutbanane bekannt ist? Oder waren gar die Samen falsch deklariert? Ich weiss es noch nicht, beabsichtige die Pflanzen nun aber warm, hell und möglichst ohne Vegetationspause durch den Winter zu bringen.

 

Buchempfehlung “Banane Breeding”

Auf der Suche nach neuem Lesefutter, bin ich neulich auf das Buch “Banana Breeding – Progress and Challenges” von CRC Press gestossen. Eine kurze Recherche zur Verfügbarkeit des Buches in den Schweizer Online-Buchhandlungen liess mein Atem dann kurz stocken, denn dort kostet die gedruckte Ausgabe über 200 Franken! Das war mir dann doch etwas zuviel, zumal ich mir über den Inhalt und Nutzen des Buches nicht sicher war. Kurzerhand habe ich mir deshalb über Amazon ein Exemplar bei einem Händler in Bankok bestellt, notabene neu und für weniger als 80 Franken, Lieferung mit FedEx frei Haus inbegriffen.

Das Buch ist eine Sammlung von Publikationen vieler namhafter Autoren aus Forschung und Wissenschaft. Inhaltlich werden von der Morphologie über die Anzucht, die Kultivierung, die Krankheiten bis hin zur Fortpflanzung und Mutation (auch mittels Gentechnologie) alle relevanten Themen aus der Forschung beleuchtet. Das Buch hat einen ausgeprägten wissenschaftlichen Hintergrund und fokussiert dabei den kommerziellen Anbau von Bananen. Für einen Laien wie mich ist das zuweilen fast zu akademisch, aber irgendwie trotzdem spannend. Wer als Hobbygärtner vor allem auf praktische Tipps zur Anzucht oder Pflege im eigenen Garten hofft, wird in diesem Buch nicht fündig. Dieses umfassende Werk mit über 350 Seiten kann aber für diejenigen Laien wertvoll sein, die ihr Hintergrundwissen über Bananen und deren (kommerzielle) Kultivierung erweitern wollen.