TOPF- UND KÜBELKULTUR

Töpfe und Kübel

Die Geschmäcker sind bei Farben und Formen verschieden, was für die Haltung von Bananenstauden in Töpfen aber zum Glück keine Rolle spielt. Wichtig hingegen ist, dass die Töpfe gross genug und beim Eintopfen sauber und möglichst keimfrei sind, um Pilzkrankheiten und Schädlingen vorzubeugen. Auch wichtig sind genügend Abflusslöcher für überflüssiges Regen- oder Giesswasser im Boden der Töpfe. Sonst droht Staunässe und Wurzelfäulnis.

Ich verwende keine Ton- oder Steintöpfe, sondern günstige Töpfe aus Kunststoff. Darüber bin ich immer dann froh, wenn ich die Pflanzen an einen neune Standort oder ins Winterquartier tragen muss. Bei grösseren Pflanzen und entsprechend schwereren Töpfen ist es zudem hilfreich, Töpfe mit Griffen zu verwenden.

Substrat

Das Substrat für die Topfhaltung von Bananenstauden muss möglichst nährstoffreich und durchlässig sein. Ich verwende handelsübliche Blumenerde und erhöhe deren Durchlässigkeit durch Zugabe von Perlit und Sand. Auf vier Teile Erde kommt dabei ein Teil Perlit und etwas Sand. Eine Drainageschicht aus Blähtonkugeln ist für die Entwässerung unerlässlich, denn Staunässe führt zu Fäulnis und die Pflanzen gehen ein.

Die Zugabe von Kompost unterstützt den hohen Nährstoffbedarf der Bananen. Ich mische hauseigenen Kompost beim Umtopfen im Frühjahr und bei denjenigen Pflanzen ins Substrat, die danach bis im Herbst im Freien stehen. Der Grund ist denkbar einfach. Die unzähligen kleinen Tierchen im Kompost sind zwar gut und recht, aber eben nur solange sie auch im Freien bleiben.

Temperatur und Licht

Bananen mögen es warm und hell. In der Wachstumsperiode liegen die idealen Tagestemperaturen zwischen 20 und 28 °C. Die minimal verträglichen Temperaturen variieren je nach Gattung und Art. Solange das Thermometer nachts aber nicht unter 10 °C sinkt, können auch tropische Arten im Freien bleiben. Die Temperaturen während der Ruheperiode sind von der Methode der Überwinterung abhängig und werden hier im Detail beschrieben.

Grundsätzlich sollte für Bananen ein heller und windgeschützter Standort mit viel Tageslicht gewählt werden. Das heisst aber nicht, dass jede Pflanze bedenkenlos der prallen Sonne ausgesetzt werden kann. Die Verträglichkeit für direkte Sonneneinstrahlung hängt im Wesentlichen von der Art, dem Alter der Pflanze und von der Expositionsdauer ab. Vorsicht ist insbesondere bei Jungpflanzen und Pflanzen nach der Überwinterung geboten. Diese müssen langsam an neue Licht- und Temperaturverhältnisse gewöhnt werden.

Ich suche den idealen Standort für eine bestimmte Bananenart, indem ich mit einem halbschattigen Standort beginne und die Intensität und Dauer der Sonneneinstrahlung danach erhöhe. Bananenstauden reagieren mit hängenden oder zusammengerollten Blättern auf zu hohe Temperaturen, während zu starke Sonneneinstrahlung in einem Sonnenbrand mündet, der sich durch Braunfärbung der Blätter bemerkbar macht.

Wasserbedarf und Giessen

Der Wasserbedarf von Bananenstauden ist vor allem in der Wachstumsperiode hoch. Das Substrat im Topf muss feucht, aber nicht zu nass gehalten werden. Zu nasses Substrat oder Staunässe erkennt man daran, dass die Blätter trotz weiterem Giessen blass werden und welken. Dass Giessen muss dann eingestellt werden, damit das Substrat austrocknen kann. Unter Umständen hilft auch ein Umtopfen und Austauschen das Substrats.

Eine einfache Regel für die Menge und die Häufigkeit des Giessens gibt es leider nicht. Es wird zwar gesagt, dass 1 mm Niederschlag im Regenmesser einem Liter Wasser pro Quadratmeter entspricht. Diese Information hilft aber nur bedingt, denn der Wasserbedarf einer Pflanze variiert und hängt wegen der Verdunstung über die Blätter auch von ihrer Grösse, ihrem Standort und den Temperaturen ab.

Bei der Topfhaltung giesse ich immer abends und nur dort, wo die oberste Schicht des Substrats ausgetrocknet ist. An trockenen und heissen Sommertagen ist das bei Töpfen im Freien fast täglich der Fall. Zum Giessen verwende ich kalkarmes Regenwasser, durchfeuchte das Substrat gleichmässig und nur so viel, bis etwas Wasser aus den Abflusslöchern des Topfes fliesst. Bei kleinen Töpfen mit Jungpflanzen verwende ich eine Wassersprühflasche, um das Substrat nicht zu stark zu fluten.

Luftfeuchtigkeit

Viele Bananenarten stammen ursprünglich aus den Tropen und mögen es deshalb nicht nur warm, sondern auch feucht. Eine Luftfeuchtigkeit von über 50 % ist ideal. Das ist in unseren Breitengraden an heissen und trockenen Tagen aber nicht immer der Fall und in geheizten Innenräumen noch viel problematischer.

Die Bananenstaude schätzt es deshalb sehr, wenn sie regelmässig mit einer Wassersprühflasche geduscht wird. Die Pflanzen sollten allerdings nicht bei Sonneneinstrahlung besprüht werden, weil die feinen Wassertröpfen wie Lupen wirken und die Blätter an diesen Stellen verbrennen. Ich verwende zum Besprühen meiner Bananen nur Regenwasser oder destilliertes Wasser. Leitungswasser enthält viel Kalk, was unschöne Spuren auf den Blättern hinterlässt. Übrigens, regelmässiges Besprühen wirkt auch vorbeugend gegen Spinnmilben.

Nährstoffbedarf und Düngung

Bananen sind nährstoffgierige Pflanzen. Sie sollten deshalb während der ganzen Wachstumsperiode und im Gegensatz zu anderen Pflanzen bis spät in den Herbst alle 10 bis 14 Tage gedüngt werden. Bei Töpfen im Freien verwende ich einen organischen Volldünger und bei Töpfen im Innenbereich geruchsneutrale Flüssigdünger. Langzeitdünger für Zimmerpflanzen setze ich nicht ein, weil sie schwacher konzentriert sind und ihre Wirkstoffe langsamer abgeben.

Volldünger werden wegen den drei relevanten Wirkstoffe auch als NPK-Dünger bezeichnet. Stickstoff (N) fördert das Wachstum einer Pflanze, Phosphor (P resp. P2O5) das Wurzelwachstum und Kalium (K resp. K2O) die Blüten- und Fruchtbildung. Der sogenannte NPK-Wert gibt also Aufschluss über die Zusammensetzung und kann für die Wahl eines Düngers hilfreich sein. Für Bananenstauden eignen sich Dünger mit ausgewogenem N- und K-Anteil, wobei der K-Anteil gerne auch überwiegen darf. Der Bedarf an Phosphor ist in gutem Substrat relativ kein, weshalb der P-Anteil eines Düngers klein sein darf. Ich verwende in der Regel einen organische Dünger mit einem prozentualen NPK-Wert von 6-3-8. Bei organischen Düngern ist das Risiko einer Überdüngung im Gegensatz zu synthetischen Kunstdüngern zudem wesentlich kleiner.

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