Winterschutz – Teil 1

Heute fallen die ersten leichten Schneeflocken vom Himmel. Deshalb haben wir letzte Woche auch den Winterschutz für unsere Musa basjoo im Garten vorbereitet.  Das letztjährige Prinzip mit den Palettenrahmen ist wegen dem enormen Wachstum der Staude zu klein geworden, weshalb dieses Jahr eine neue Konstruktion aus Holz die Pflanze unbeschadet durch den Winter bringen soll. Die vier Eckpfeiler und der erste Meter Verschalung sind nun bereits montiert.

Obschon die Temperaturen nachts bereits nahe am Gefrierpunkt sind, lassen wir die Kiste im Moment noch einige Tage offen und gönnen der Staude nach dem äusserst trockenen Sommer noch etwas Regen. Das ist nicht problematisch, denn die Scheinstämme der Musa basjoo vertragen Minustemperaturen kurzzeitig ohne Probleme und das Rhizom ist sogar noch robuster. Unter Umständen erfieren in den nächsten Nächten zwar die Blätter, aber diese werden in Kürze sowieso abgeschnitten, wenn dann die Scheinstämme mit trockenem Stroh gemulcht und die Kiste bis auf 2 Meter erhöht und geschlossen wird. Aufgrund der Erfahrungen aus dem letzten Winter muss diesen Winter zudem der Regenschutz noch verbessert werden, um das Eindringen von Nässe möglichst ganz zu verhindern. Eine entsprechende wasserdichte Schutz-Plane liegt bereits bereit.

Update Musa ‘Helen’s Hybrid’

Nachdem am 01.08.2018 nach einer Rekordzeit von gerade mal 12 Tagen ein erster Samen einer Musa ‘Helen’s Hybrid’ gekeimt hatte, war die Hoffnung gross, dass es sich um qualitativ gutes und frisches Saatgut handelt und eine entsprechend hohe Keimrate erwartet werden darf. Leider kam es, wie so oft bei der Anzucht von Samen, aber anders als erwartet und inzwischen sind weitere 9 Wochen verstrichen, aber im Substrat tut sich rein gar nichts mehr.

Wenigstens hat es der bisher einzige Sämling geschafft und die Pflanze hat binnen 2 Monaten eine gute und stabile Grösse erreicht. Als bislang einzige ihrer Art in meiner Sammlung geniesst sie natürlich viel Zuwendung und Aufmerksamkeit. Ein weiterer Ansporn ist aber auch der Umstand, dass die Musa ‘Helen’s Hybrid’ wohl die einzige Obstbanane mit einigermassen geniessbaren Früchten ist, die sich mit einem entsprechenden Winterschutz auch für eine ganzjährige Freilandkultur in unserem Klima eignet. Und welcher Hobby-Bananenbauer wünscht sich nicht, einmal Früchte in der eigenen Plantage ernten zu können?

Beeindruckende Scheinstämme

Nach einem warmen, langen aber äusserst trockenen Sommer hat der Herbst nun definitiv Einzug gehalten und ab und zu bläst bereits eine ziemlich kühler Wind. Unsere Musa basjoo im Garten hat die Höhe von 4 Metern inzwischen überschritten, aber der Wind kann dem Horst mit seinen beeindruckenden Scheinstämmen nur wenig anhaben. Die langen Blätter sind vom Wind und der Trockenheit zwar inzwischen etwas zersaust, aber diese werden wegen dem Winterschutz in Kürze so oder so leider abgeschnitten. Die Scheinstämme haben aber diesen Sommer eine beeindruckende Grösse erreicht.

 

Zuchterfolg bei der Musa johnsii

Die Aussaat 2018 hat mir bereits einige neue Bananenarten beschert. Darunter gehört auch die eher seltene Musa johnsii. Diese Wildart wurde offenbar erst 2001 beschrieben und im Internet sind leider nur wenig Informationen über diese Art zu finden. Die Beschreibung des Saatgutlieferanten tönt auf jeden Fall sehr spannend.

Bis heute haben es zwei Sämlinge geschafft. Im Vergleich zu anderen Arten beobachte ich bei der Musa johnsii ein relativ langsames Wachstum. Die Pflanzen bilden zwar ordentlich kleine Blätter, aber die ältere der beiden Pflanzen hat auch nach 2 Monaten erst eine Grösse von rund 5 cm erreicht.

Besonders spannend finde ich aber die Beobachtung beim erst 14 Tage alten Sämling. Dieser bildet irgendwie bereits einen ersten winzigen Ableger. Vielleicht täusche ich mich, vielleicht habe ich beim Pikieren unbemerkt einen zweiten Samen versetzt oder vielleicht ist es doch eine dieser Launen der Natur. Letzteres wäre eine ziemliche Überraschung, den gemäss der Beschreibung der Lieferanten treibt gerade die Musa johnsii eher wenig Kindel. Die Zukunft wird es zeigen.

Details zu den Keimbedingungen der Musa johnsii finden Interessierte hier.

Färbung der Musa zebrina

Die erstmalige Aussaat von Samen der Musa acuminata ssp. zebrina ist mit einer zwischenzeitlichen Keimrate von 35 % ziemlich erfolgreich. Die sieben bisherigen Keimungen haben alle überlebt und die Sämlinge entwickeln sich gut und unterschiedlich schnell. Die grösste Pflanze hat seit ihrer Keimung Ende Juni eine stattliche Höhe von rund 15 cm erreicht.

Beim Anblick dieser hübschen Staude bleibt eine Frage aber nach wie vor offen. Ab welcher Grösser resp. welchem Alter entwickelt eine Musa zebrina ihre typisch rot panaschierten Blätter, aufgrund derer sie auch unter der Bezeichnung Blutbanane bekannt ist? Oder waren gar die Samen falsch deklariert? Ich weiss es noch nicht, beabsichtige die Pflanzen nun aber warm, hell und möglichst ohne Vegetationspause durch den Winter zu bringen.

 

Buchempfehlung “Banane Breeding”

Auf der Suche nach neuem Lesefutter, bin ich neulich auf das Buch “Banana Breeding – Progress and Challenges” von CRC Press gestossen. Eine kurze Recherche zur Verfügbarkeit des Buches in den Schweizer Online-Buchhandlungen liess mein Atem dann kurz stocken, denn dort kostet die gedruckte Ausgabe über 200 Franken! Das war mir dann doch etwas zuviel, zumal ich mir über den Inhalt und Nutzen des Buches nicht sicher war. Kurzerhand habe ich mir deshalb über Amazon ein Exemplar bei einem Händler in Bankok bestellt, notabene neu und für weniger als 80 Franken, Lieferung mit FedEx frei Haus inbegriffen.

Das Buch ist eine Sammlung von Publikationen vieler namhafter Autoren aus Forschung und Wissenschaft. Inhaltlich werden von der Morphologie über die Anzucht, die Kultivierung, die Krankheiten bis hin zur Fortpflanzung und Mutation (auch mittels Gentechnologie) alle relevanten Themen aus der Forschung beleuchtet. Das Buch hat einen ausgeprägten wissenschaftlichen Hintergrund und fokussiert dabei den kommerziellen Anbau von Bananen. Für einen Laien wie mich ist das zuweilen fast zu akademisch, aber irgendwie trotzdem spannend. Wer als Hobbygärtner vor allem auf praktische Tipps zur Anzucht oder Pflege im eigenen Garten hofft, wird in diesem Buch nicht fündig. Dieses umfassende Werk mit über 350 Seiten kann aber für diejenigen Laien wertvoll sein, die ihr Hintergrundwissen über Bananen und deren (kommerzielle) Kultivierung erweitern wollen.

 

 

Es spriesst allenthalben

Das sonnige und warme Wetter der vergangenen Wochen bekommt den Bananenstauden gut. Die ausgepflanzte Musa basjoo hat inzwischen eine Wuchshöhe von über 4 Metern erreicht und macht herrliche Blätter mit einer Länge von 2 Metern. Im Vergleich zum letzten Jahr will sie aber bis dato leider nicht blühen. Inzwischen hoffe ich, dass sie dies auch nicht mehr tut, denn wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit würde es für eine vollständige Entfaltung der Blüte sowieso nicht mehr reichen, aber der Scheinstamm mit der Blüte wäre aber verloren. Apropos Jahreszeit. Langsam aber sicher müssen wir uns auch Gedanken machen, wie wir die Scheinstämme für den Winter schützen wollen, denn der Winterschutz aus dem letzten Winter nicht aufgrund der Grösse nicht mehr passen.

Auch den Bananen in Topfhaltung geht es prächtig. Als besondere Überraschung bildet eine Musa ornata aus der eigenen Aussaat 2017 bereits ein erstes Kindel. Freunde bereitet auch die Musa acuminata, ebenfalls aus der Saat 2017, mit ihrer speziellen rötlichen Färbung an der Unterseite der Blätter. Leider weiss ich nach wie vor nicht, um welche Unterart oder Sorte es sich bei diesem Exemplar handelt.

 

Färbung der Musa sikkimensis

Im Mai dieses Jahres hat unser Nachbar einer Arbeitskollegin eine kleine Musa sikkimensis aus der Aussaat 2017 geschenkt. Zu unserer grossen Freude hat uns die Beschenkte kürzlich ein Foto ihrer Pflanze geschickt. Einerseits belegt das Foto schön, dass die Bananenstaude offenbar gut umsorgt wird und prächtig gedeiht. Andererseits ist es auch aufschlussreich, weil die Blätter rötlich gefärbte Flecken aufweisen, die wir etwas weniger ausgeprägt auch bei unseren Exemplaren schon festgestellt haben.

 

Obschon das Saatgut vom Lieferanten “nur” als Musa sikkimensis deklariert wurde, liegt nun die Vermutung nahe, dass es sich dabei um eine Musa sikkimensis der Sorte ‘Red Tiger’, ‘Manipur’ oder ‘Red Flash’ handeln könnte. Aus Mangel an Vergleichsmöglichkeiten und Erfahrung ist das aber eben nur eine Vermutung. Vielleicht weiss ja ein Leser oder eine Leserin dazu mehr? Kommentare sind herzlich willkommen.

Neues aus der Anzucht

Heute gibt es sowohl schlechte wie auch gute Neuigkeiten aus der Anzucht. Der erste und bisher einzige Sämling der Musa chunii hat sein Wachstum seit einigen Tagen eingestellt und im Moment sieht es leider nicht danach aus, als würde dieses Exemplar über die Runden kommen. Die Natur hat halt ihre eigenen Regeln und ab und an schafft es ein Sämling nicht.

Die Enttäuschung ist aber etwas gemildert, weil in den letzten Tagen dafür zwei neue Arten gekeimt haben. Nach erfolglosen Versuchen 2017 hat nun nach 80 Tagen Keimzeit einer erster Samen einer Musa yunnanensis gekeimt. Ich habe den Sämling im Beutel ganz offensichtlich mehrere Tage übersehen, denn bei dessen Entdeckung war er schon über 3 cm lang und wegen dem Lichtmangel ziemlich nahe an der Vergeilung!

Sämling der Musa yunnanensis.

Ich habe den Sämling sofort pikiert und im Moment scheint er sich trotz Zangengeburt gut zu entwickeln. Auch im Beutel mit den Samen der Art Musa cheesmanii hat sich nach 25 Tagen ein erster Sämling gezeigt. Diesen habe ich ebenfalls bereits pikiert und auch er scheint sich glücklicherweise gut zu entwickeln.

Pikierte Sämlinge der Musa cheesmanii und der Musa yunnanensis.

 

Keimung einer Musa chunii

Nach 34 Tagen in feuchtem Gemisch aus Kokohum und Perlit zeigt sich nun der erste Sämling einer Musa chunii an der Oberfläche. Hierbei handelt es sich um eine Wildart aus China, die erst 2006 durch M. Häkkinen entdeckt und beschrieben wurde. 2013 wurde ihr Vorkommen erstmals auch in Indien dokumentiert. Diese eher kleinwüchsige Art aus der Sektion Rhodochlamys erreicht bei ausgewachsenen Scheinstämmen Höhen von bis zu 1,8 Metern und dürfte sich deshalb gut für die Topf- und Kübelkultur und die Überwinterung im Haus eignen. Bis dahin wird es aber noch eine Weile dauern, denn der Sämling ist noch sehr klein und wirkt ziemlich fragil. Nun gilt es also den Winzling gut zu versorgen und die Daumen zu drücken.